💬 “Ich hab in der Doku nachgeschaut. Hat nichts gebracht.”
Etwas funktioniert nicht mehr, das gestern noch lief. Vierzehn Tabs offen, ein Termin in zwölf Minuten. Irgendwann die Doku. Nicht von oben — Strg+F, ein Wort, der eine Absatz, der halbwegs passt. Überflogen. Weg.
So wird Dokumentation gelesen. Nicht neugierig, nicht der Reihe nach, nicht in Ruhe. Sondern in dem Moment, in dem etwas klemmt — unter Druck, halb genervt, auf der Suche nach genau einer Sache.
Wir schreiben trotzdem für jemand anderen. Für die Person, die sich Zeit nimmt, vorne anfängt, den Kontext aufbaut und Kapitel zwei liest, bevor sie zu Kapitel fünf springt. Diese Person gibt es nicht. Sie hat es nie gegeben.
💬 Deine Leser:in ist nie in guter Stimmung. Und sie liest nicht — sie sucht.
Das ändert alles. Nicht den Ton, den Bau. Ein Absatz, der die drei Sätze davor voraussetzt, ist für jemanden, der per Suchtreffer landet, wertlos. Ein Hinweis, der in Kapitel zwei steht und in Kapitel fünf gebraucht wird, steht am falschen Ort. Ein “siehe oben” schickt jemanden zurück, der nie oben war. Eleganter Textfluss ist für den ruhigen Lesemodus gebaut — den, den niemand hat.
Gute Dokumentation trägt jeden Absatz so, als wäre er der erste, den jemand sieht.
Denn dieser eine Absatz ist alles, was von Deiner Arbeit ankommt.