Beschreiben ist bequem. Erklären ist Arbeit.
🔎 In der Praxis
„Das Feld ‚Timeout’ legt den Zeitraum in Sekunden fest, nach dem die Verbindung getrennt wird." Technisch korrekt. Praktisch nutzlos. User wissen danach immer noch nicht, ob sie 30 oder 3.000 eingeben sollen – und landen im Zweifel beim Support, weil die Doku ihnen die eigentliche Entscheidung überlassen hat.
💡 Die Logik dahinter
Beschreiben verlangt nur Wissen über das Produkt: Was gibt es, wie heißt es, was tut es technisch. Erklären verlangt zusätzlich Wissen über die Situation der User: In welchem Kontext stehen sie, welches Problem wollen sie lösen, welche Entscheidung müssen sie treffen, um weiterzukommen. Das ist der Grund, warum Beschreiben schneller geht – und warum es trotzdem nicht reicht.
⚠️ Der blinde Fleck
„User wissen doch, wofür sie das brauchen." Dieser Satz entsteht selten zuerst in der Dokumentation. Er entsteht in der Entwicklung, wenn ein Feature ohne den Nutzungskontext gebaut wird – und im UI, wenn ein Feld schlicht „Timeout" heißt, ohne zu sagen, wofür der Wert eigentlich steht. Die Dokumentation erbt diese Lücke nur. Und soll sie im Nachhinein wieder schließen.
🔄 Der Perspektivwechsel
Die entscheidende Frage ist nicht: Was ist das? Sondern: Was soll ich damit tun – und unter welchen Bedingungen ergibt welcher Wert Sinn? Eine Beschreibung beantwortet die erste Frage und überlässt die zweite den Usern. Eine Erklärung beantwortet beide. Der Unterschied entscheidet, ob jemand selbstständig weiterarbeitet oder beim Support landet.