Deine Doku gibt gerade Auskunft — in Worten, die nicht Deine sind, an jemanden, den Du nie direkt erreichst. Und sie tut es in Deinem Namen.
🔎 In der Praxis
Jemand fragt einen KI-Assistenten: „Wie richte ich X ein?" Die Antwort kommt sofort — glatt, konkret, in ganzen Sätzen. Sie klingt sicher. Sie ist falsch. Nicht erfunden: Sie stammt Wort für Wort aus einer Stelle Deiner Doku, die zwei Deutungen zuließ. Die Person befolgt sie, es geht schief — und gibt dem Produkt die Schuld. Deinen Text hat sie nie gesehen.
💡 Die Logik dahinter
Früher hat ein Mensch Doku gelesen und selbst interpretiert: mit Kontext, mit Vorsicht, mit einer Nachfrage, wenn etwas unklar war. Ein Assistent fragt nicht nach. Er glättet. Aus „in der Regel", „sollte" und „gegebenenfalls" wird eine klare Anweisung. Deine Absicherungen verschwinden. Deine Unschärfe bleibt — und bekommt die Stimme eines Beraters, der nie zögert.
⚠️ Der blinde Fleck
Wir schreiben Doku noch für User, die mitdenken, zurückblättern, den Zusammenhang sehen. Jetzt liest zuerst eine Maschine. Sie erzählt weiter — an jemanden, der Deinen Text nie öffnet. Was ankommt, ist nicht, was Du geschrieben hast, sondern die Paraphrase davon. Jeder Satz, der nur „im Zusammenhang" stimmt, wird ohne Zusammenhang ausgeliefert.
🔄 Der Perspektivwechsel
Deine Doku ist nicht länger nur ein Dokument. Sie ist eine Quelle, die zitiert wird — in Gesprächen, in denen Du nicht sitzt, an Menschen, deren Frage nie bei Dir ankommt. Präzision ist damit keine Stilfrage mehr. Sie ist das Einzige, was die Maschine überhaupt weitergeben kann. Was Du offenlässt, füllt sie selbst. Und sie füllt es, ohne zu zögern.